Wissenschaftliche Begleitung

Home / Partner – Wissenschaftliche Begleitung
Häufige Fragen

Welche Rolle übernimmt die wissenschaftliche Begleitung?

Sie stellt sicher, dass unsere Ausbildungs- und Seminarinhalte auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Damit garantieren wir eine qualitativ hochwertige, fundierte Ausbildung von Mensch-Hund-Teams.

Wer übernimmt die wissenschaftliche Begleitung bei TGI-Kalme?

Wir arbeiten mit erfahrenen Fachleuten aus den Bereichen Psychologie, Pädagogik und Tiergestützte Intervention zusammen. Durch die Kooperation mit anerkannten Institutionen ist eine interdisziplinäre und unabhängige Begleitung gewährleistet.

Warum ist wissenschaftliche Begleitung wichtig?

Sie schafft Transparenz und Verlässlichkeit: Teilnehmer können sicher sein, dass ihre Ausbildung nicht nur praxisnah, sondern auch methodisch fundiert und nachhaltig wirksam ist.

Wie fließt die wissenschaftliche Begleitung in die Ausbildung ein?

Sie begleitet unsere Seminare kontinuierlich, unterstützt bei der Weiterentwicklung der Inhalte und evaluiert regelmäßig die Qualität. Dadurch bleiben Ausbildung und Praxis stets auf dem neuesten Stand.
Häufige Fragen

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Ausbildung und wissenschaftlichen Begleitung.

Sie möchten Partner werden?
Gerne informieren wir Sie über Kooperationsmöglichkeiten und besprechen individuelle Wege einer Zusammenarbeit.
Partner
Ostfalia - Fakultät Gesundheitswesen Kindheitspädagogik und Gesundheit
Sitz
38440 Wolfsburg
Kategorie
Partner
Partner
Akademie für Tiertherapie
Sitz
64832 Babenhausen
Kategorie
Ausbildung

Einblicke in Begriffe und Hintergründe

Grundlagen & Ziele

Was bedeutet eigentlich „Intervention“ und warum sind Tiere in diesem Kontext so wertvoll? In diesem Bereich geht es um Grundlagen, Hintergründe und die Ziele, die wir mit unserer Arbeit verfolgen.

Was sind „ Interventionen“?

Der Begriff stammt ab von dem lateinischen Wort „intervenire“ = sich einschalten, dazwischentreten“. Eine „Intervention“ ist allgemein ein Akt der Einmischung (=geplante/gezielt eingesetzte Maßnahme nach einer Diagnose), um Schaden zu verhindern oder die Funk-tionsweise zu verbessern.  Durch eine Intervention soll einer Störung vorgebeugt (=Prävention) bzw. diese behoben werden (=Therapie) mit dem Ziel, bereits eingetretene negative Folgen einzudämmen (=Rehabilitation).

Welche Arten von „ Interventionen“ gibt es?

Man unterscheidet 6 Arten:

Vorschreibend: Ratschläge oder Anweisungen geben, kritisch oder direkt sein

Informativ: neues Wissen vermittelnd, anweisend oder interpretierend

Konfrontierend: restriktive Einstellungen/ Verhalten in Frage stellen

Kathartisch: versuchen, Emotionen (Weinen, Lachen, Zittern, Wut) loszulassen

Katalytisch: Ermutigung des Patienten, seine Gedanken/Gefühle zu erforschen

Unterstützend: Trost/Anerkennung bieten, Selbstwert des Patienten bekräftigen

Was beutet „Tiergestützte Interventionen“?

„Tiergestützte Interventionen (= „TGI“ ) ist der Oberbegriff für alle Angebote, in denen geeignete Tiere eingesetzt werden, um diese positiven Wirkungen gezielt zur Förderung physischer, sozialer, emotionaler und kognitiver Fähigkeiten ebenso wie zur Erhöhung von Freude und Lebensqualität zu erreichen. Tiergestützte Interventionen schaffen Raum für neue Erlebens, -Handlungs- und Verhaltensmöglichkeiten. Die tierischen "Mitarbeiter" wirken als Türöffner, Bindeglied und Motivator.

Welche Bedeutung haben „Tiergestützte Interventionen“ ?

Tiergestützte Dienstleistungen lassen sich eindeutig im dritten Sektor verorten, da sie sowohl staatlich-kommunal als auch durch freie und privatwirtschaftliche Trägerschaft erbracht werden können. Sie sind damit nicht ausschließlich „als Privatinitiative, sondern als gesellschaftliche, öffentlichkeitsbezogene Aktivitäten zu verstehen, die sich einen Weg bahnen weg von „einer minoritären, öffentlich erhobenen Forderung und Selbsthilfeaktivität hin zu einem standardisierten öffentlichen Angebot“. Sie lassen sich im Bereich des Wohlfahrtmix integrieren, der nicht nur eine Entwicklung vorsieht, sondern auch Markt, Wettbewerb, Nutzerbeziehung und Profit ebenso wie die staatliche Demokratisierung, Finanzierung und politische Entscheidungsgewalt einschließt. Die tiergestützte Dienstleistung ist gegenwärtig weder staatlich noch gesellschaftlich etabliert, noch ist die angestrebte Professionalisierung „im Sinne von Qualifizierung und Kompetenzentwicklung, Beruflichkeit und Berufsbildung sowie Steigerung der Transparenz und Qualität der Dienstleistungsarbeit“ abgeschlossen. Dies lässt sich u.a. damit begründen, dass gegenwärtig kein Berufsbegriff existiert, der alle Interventionsformen mit Tieren „unter einem Dach“ zusammenfasst, wie es die Berufssoziologie vorsieht.

Welche Ziele verfolgt „TGI-Kalme“?

Wir möchten erreichen, dass...

  • dem Bereich tiergestützter Arbeit mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird,
  • das Berufsfeld der Tiergestützten Interventionen sowie das Berufsbild des Therapiehundeteams in Politik und Verwaltung anerkannt werden,
  • „Tiergestützte Interventionen“ als evidenzbasierte Therapieform anerkannt werden
  • und die Arbeit der Therapiehundeteams auf Basis einer verbindlichen Vergütungsordnung nach Aufnahme dieser Tätigkeit in die Leistungskatalog der Kranken- bzw. Pflegekassen honoriert wird.

Vertiefung und Forschungsperspektiven

Wissenschaft & Praxis

Wie lassen sich tiergestützte Interventionen wissenschaftlich begleiten? Welche Projekte gibt es bereits, welche sind geplant? Hier geht es um Forschung, Praxis und die gemeinsame Weiterentwicklung.

Warum ist die Arbeit von „Mensch & Hund“ bisher nicht so anerkannt?

Die vielgeschätzte Arbeit von „Mensch und Tier“ ist bis heute keine Kassenleistung! „Tiergestützte Interventionen“ ist eine noch junge Disziplin. Hinzukommt, daß dem Interesse seitens der Bevölkerung ein deutlicher Mangel an Forschung in Deutschland gegenübersteht. Dieses Argument wird auch gerne verwendet, wenn es darum geht, die Therapie mit Tieren als „Kassenleistung“ anzuerkennen. Es gäbe nicht ausreichend wissenschaftliche Belege. Daher ist in Deutschland leider keine Kostenübernahme für tiergestützte Therapien möglich, da der Nutzen einer solchen Therapie nicht genügend wissenschaftlich bewiesen ist. Die Therapie zählt somit nicht zu exakten Heilmethoden. Betroffene müssen diese Therapie somit grundsätzlich selbst finanzieren. Begleit- oder Assistenzhunde sind kein Hilfsmittel im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Krankenkasse muss daher nicht dafür bezahlen, selbst wenn ein Arzt die Nutzung eines solchen Hundes verschrieben hat.

Wie kann man das ändern?

Um auch in Deutschland den Nachweis zu erbringen, daß die Arbeit von „Mensch und Hund“ belegbare Erfolge  – insbesondere in der Tiergestützten Therapie - bringt, ist es nötig, diese Erfolge im Rahmen eines Forschungsprojektes nachzuweisen. Im Rahmen eines solchen Projektes sollen Studien durchgeführt werden, die mit wissenschaftlichen Methoden Wirksamkeit und Nutzen dieser Therapieform nachvollziehbar belegen. Idealerweise wird dazu eine Stelle eingerichtet für einen „Doktoranden“, der zu diesem Thema seine Dissertation schreibt. In diesem Sinne strebt TGI-Kalme - gemeinsam mit der Ostfalia - ein solches Forschungsprojekt an.

Was bedeutet „evidenzbasiert“?

Der Begriff leitet sich ab aus [engl. evidence-based auf Nachweise gegründet, nachweisorientiert; lat. evidens augenscheinlich, einleuchtend], [FSE, GES, KLI, PÄD, PHA], bez. die Berücksichtigung und Nutzung der besten verfügbaren... Weitere Einzelheiten siehe u.a.:

https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/evidenzbasierung

Evidenzbasierte Medizin bedeutet: es sollen in erster Linie Therapien angewendet werden, deren Wirksamkeit und Nutzen durch geeignete Studien nachvollziehbar belegt sind.

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/e/evidenzbasierte-medizin https://www.iqwig.de/fragen-zu-den-nutzenbewertungen-des-iqwig/

Welche Rolle übernimmt die wissenschaftliche Begleitung?

Sie begleitet unsere Seminare kontinuierlich, unterstützt bei der Weiterentwicklung der Inhalte und evaluiert regelmäßig die Qualität. Dadurch bleiben Ausbildung und Praxis stets auf dem neuesten Stand. Weiterhin stellt sie sicher, dass die Ausbildungs- und Seminarinhalte auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Damit wird eine qualitativ hochwertige, fundierte Ausbildung von Mensch-Hund-Teams garantiert. Ferner schafft eine wissenschaftliche Begleitung Transparenz und Verlässlichkeit: Teilnehmer können sicher sein, dass ihre Ausbildung praxisnah, methodisch fundiert und nachhaltig wirksam ist.

Wer übernimmt die wissenschaftliche Begleitung bei TGI-Kalme?

Noch in diesem Jahr wird sich ein sog. „Gründungsteam“ – das „TGI-Kleeblatt“ mit der Frage befassen, wie ein Forschungsprojekt auf die Beine gestellt werden kann. Gesucht werden erfahrene Experten aus den Bereichen Psychologie, Pädagogik und Tiergestützte Intervention, die bereit und in der Lage sind, daran mitzuwirken.

Gibt es auch „Projekte“ innerhalb der „Lehre“ ?

Ja – mit der Ostfalia Hochschule werden seit einiger Zeit verschiedene Formate diskutiert. Gedacht ist an Vorträge oder Workshops sowie die Einrichtung eines ein Wahlpflichtfachs bzw. Studiengangs. In Betracht kommt schließlich das Angebot einer Weiterbildung für Fach- und Führungskräfte.

Welche „Projekte“ fanden bereits statt oder sind in Planung ?

  • 4.2025 : Gastvortrag

„Tiergestützte Interventionen – Chancen einer noch jungen Disziplin“

  • 19.11.2025 und 26.11.2025 : Vortrag und Übung

„Tiergestützte Therapie - Chancen in der „Kindheitspädagogik“ - Gemeinsam mit Nadine Spiering

Einsatzbeispiele aus der Praxis inkl. Dokumentation - Gemeinsam mit Herrn Lars Spiering & einem Kompetenzhund.

  • Im Rahmen des geplanten Wahlplichtfach

haben die Studierenden die Möglichkeit, die praktische Ausbildung in Kalme zu begleiten, erste Erfahrungen bei Einsätzen der Therapiehunde-Teams zu sammeln und in den Partnereinrichtungen ein freiwilliges Praktikum zu machen. Auf diese Weise können Sie ermutigt werden, später selbst mal eine Zusatzausbildung für die Arbeit mit „Mensch & Hund“ zu absolvieren.