
Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Ausbildung und wissenschaftlichen Begleitung.
Die Ostfalia und TGI-Kalme stimmen darin überein, dass „Tiergestützte Interventionen“ (=TGI) im praktischen Alltag an Bedeutung gewinnen. Daher haben sie vereinbart, diese Entwicklung wissenschaftlich zu begleiten. Durch gemeinsame Projekte in Forschung und Lehre wollen sie der Arbeit von „Mensch und Hund“ die gebührende Aufmerksamkeit verschaffen, die sie verdient. Ferner sollen die Ausbildungsziele – und Inhalte „Tiergestützter Therapie“ im Rahmen von Lehr – bzw. Weiterbildungsveranstaltungen der Ostfalia HaW bzw. durch eine Erweiterung des Katalogs für Wahlpflichtfächer in den entsprechenden Studiengängen vermittelt werden. Grundsätzlich sehen die Parteien auch die Möglichkeit, Themen für eine Abschluss- oder Projektarbeit aus dem Bereich „TGI““ zu vergeben. Letztlich wird ein gemeinsames Forschungsprojekt angestrebt – ggfs. mit der Möglichkeit einer Promotion – um den Nachweis zu führen, daß es sich bei der Arbeit vom Mensch und Hund um eine evidenzbasierte Therapieform handelt. Auf diese Weise soll erreicht werden, daß die Therapiehunde-Teams für ihre Einsätze auch honoriert werden. Dies ist aktuell – bis auf wenige Ausnahmen – leider nicht der Fall.
In der „Akademie für Tiertherapie“ arbeiten Experten für Tiergestützte Interventionen und bilden Seminarteilnehmer aus für eine Arbeit von „Mensch & Hund“. Einzelheiten sind auf der Internetseite www.akademie-tiertherapie.de zu erfahren. Vor diesem Hintergrund hat sich die Akademie bereit erklärt, die Zusammenarbeit zwischen TGI-Kalme und der Ostfalia Hochschule im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen – u.a. bei der inhaltlichen Ausgestaltung von Vorlesungen.„
Akademie für Tiertherapeutische Berufe GmbH ©
Nicole Drüschler &
Kerstin Mohrhardt
Ostheimer Allee 16a
64832 Babenhausen
Website:www.akademie-tiertherapie.de
Was bedeutet eigentlich „Intervention“ und warum sind Tiere in diesem Kontext so wertvoll? In diesem Bereich geht es um Grundlagen, Hintergründe und die Ziele, die wir mit unserer Arbeit verfolgen.
Der Begriff stammt ab von dem lateinischen Wort „intervenire“ = sich einschalten, dazwischentreten“. Eine „Intervention“ ist allgemein ein Akt der Einmischung (=geplante/gezielt eingesetzte Maßnahme nach einer Diagnose), um Schaden zu verhindern oder die Funk-tionsweise zu verbessern. Durch eine Intervention soll einer Störung vorgebeugt (=Prävention) bzw. diese behoben werden (=Therapie) mit dem Ziel, bereits eingetretene negative Folgen einzudämmen (=Rehabilitation).
Man unterscheidet 6 Arten:
Vorschreibend: Ratschläge oder Anweisungen geben, kritisch oder direkt sein
Informativ: neues Wissen vermittelnd, anweisend oder interpretierend
Konfrontierend: restriktive Einstellungen/ Verhalten in Frage stellen
Kathartisch: versuchen, Emotionen (Weinen, Lachen, Zittern, Wut) loszulassen
Katalytisch: Ermutigung des Patienten, seine Gedanken/Gefühle zu erforschen
Unterstützend: Trost/Anerkennung bieten, Selbstwert des Patienten bekräftigen
„Tiergestützte Interventionen (= „TGI“ ) ist der Oberbegriff für alle Angebote, in denen geeignete Tiere eingesetzt werden, um diese positiven Wirkungen gezielt zur Förderung physischer, sozialer, emotionaler und kognitiver Fähigkeiten ebenso wie zur Erhöhung von Freude und Lebensqualität zu erreichen. Tiergestützte Interventionen schaffen Raum für neue Erlebens, -Handlungs- und Verhaltensmöglichkeiten. Die tierischen "Mitarbeiter" wirken als Türöffner, Bindeglied und Motivator.
Tiergestützte Dienstleistungen lassen sich eindeutig im dritten Sektor verorten, da sie sowohl staatlich-kommunal als auch durch freie und privatwirtschaftliche Trägerschaft erbracht werden können. Sie sind damit nicht ausschließlich „als Privatinitiative, sondern als gesellschaftliche, öffentlichkeitsbezogene Aktivitäten zu verstehen, die sich einen Weg bahnen weg von „einer minoritären, öffentlich erhobenen Forderung und Selbsthilfeaktivität hin zu einem standardisierten öffentlichen Angebot“. Sie lassen sich im Bereich des Wohlfahrtmix integrieren, der nicht nur eine Entwicklung vorsieht, sondern auch Markt, Wettbewerb, Nutzerbeziehung und Profit ebenso wie die staatliche Demokratisierung, Finanzierung und politische Entscheidungsgewalt einschließt. Die tiergestützte Dienstleistung ist gegenwärtig weder staatlich noch gesellschaftlich etabliert, noch ist die angestrebte Professionalisierung „im Sinne von Qualifizierung und Kompetenzentwicklung, Beruflichkeit und Berufsbildung sowie Steigerung der Transparenz und Qualität der Dienstleistungsarbeit“ abgeschlossen. Dies lässt sich u.a. damit begründen, dass gegenwärtig kein Berufsbegriff existiert, der alle Interventionsformen mit Tieren „unter einem Dach“ zusammenfasst, wie es die Berufssoziologie vorsieht.
Wir möchten erreichen, dass...
Wie lassen sich tiergestützte Interventionen wissenschaftlich begleiten? Welche Projekte gibt es bereits, welche sind geplant? Hier geht es um Forschung, Praxis und die gemeinsame Weiterentwicklung.
Die vielgeschätzte Arbeit von „Mensch und Tier“ ist bis heute keine Kassenleistung! „Tiergestützte Interventionen“ ist eine noch junge Disziplin. Hinzukommt, daß dem Interesse seitens der Bevölkerung ein deutlicher Mangel an Forschung in Deutschland gegenübersteht. Dieses Argument wird auch gerne verwendet, wenn es darum geht, die Therapie mit Tieren als „Kassenleistung“ anzuerkennen. Es gäbe nicht ausreichend wissenschaftliche Belege. Daher ist in Deutschland leider keine Kostenübernahme für tiergestützte Therapien möglich, da der Nutzen einer solchen Therapie nicht genügend wissenschaftlich bewiesen ist. Die Therapie zählt somit nicht zu exakten Heilmethoden. Betroffene müssen diese Therapie somit grundsätzlich selbst finanzieren. Begleit- oder Assistenzhunde sind kein Hilfsmittel im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Krankenkasse muss daher nicht dafür bezahlen, selbst wenn ein Arzt die Nutzung eines solchen Hundes verschrieben hat.
Um auch in Deutschland den Nachweis zu erbringen, daß die Arbeit von „Mensch und Hund“ belegbare Erfolge – insbesondere in der Tiergestützten Therapie - bringt, ist es nötig, diese Erfolge im Rahmen eines Forschungsprojektes nachzuweisen. Im Rahmen eines solchen Projektes sollen Studien durchgeführt werden, die mit wissenschaftlichen Methoden Wirksamkeit und Nutzen dieser Therapieform nachvollziehbar belegen. Idealerweise wird dazu eine Stelle eingerichtet für einen „Doktoranden“, der zu diesem Thema seine Dissertation schreibt. In diesem Sinne strebt TGI-Kalme - gemeinsam mit der Ostfalia - ein solches Forschungsprojekt an.
Der Begriff leitet sich ab aus [engl. evidence-based auf Nachweise gegründet, nachweisorientiert; lat. evidens augenscheinlich, einleuchtend], [FSE, GES, KLI, PÄD, PHA], bez. die Berücksichtigung und Nutzung der besten verfügbaren... Weitere Einzelheiten siehe u.a.:
https://dorsch.hogrefe.com/stichwort/evidenzbasierung
Evidenzbasierte Medizin bedeutet: es sollen in erster Linie Therapien angewendet werden, deren Wirksamkeit und Nutzen durch geeignete Studien nachvollziehbar belegt sind.
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/e/evidenzbasierte-medizin https://www.iqwig.de/fragen-zu-den-nutzenbewertungen-des-iqwig/
Sie begleitet unsere Seminare kontinuierlich, unterstützt bei der Weiterentwicklung der Inhalte und evaluiert regelmäßig die Qualität. Dadurch bleiben Ausbildung und Praxis stets auf dem neuesten Stand. Weiterhin stellt sie sicher, dass die Ausbildungs- und Seminarinhalte auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Damit wird eine qualitativ hochwertige, fundierte Ausbildung von Mensch-Hund-Teams garantiert. Ferner schafft eine wissenschaftliche Begleitung Transparenz und Verlässlichkeit: Teilnehmer können sicher sein, dass ihre Ausbildung praxisnah, methodisch fundiert und nachhaltig wirksam ist.
Noch in diesem Jahr wird sich ein sog. „Gründungsteam“ – das „TGI-Kleeblatt“ mit der Frage befassen, wie ein Forschungsprojekt auf die Beine gestellt werden kann. Gesucht werden erfahrene Experten aus den Bereichen Psychologie, Pädagogik und Tiergestützte Intervention, die bereit und in der Lage sind, daran mitzuwirken.
Ja – mit der Ostfalia Hochschule werden seit einiger Zeit verschiedene Formate diskutiert. Gedacht ist an Vorträge oder Workshops sowie die Einrichtung eines ein Wahlpflichtfachs bzw. Studiengangs. In Betracht kommt schließlich das Angebot einer Weiterbildung für Fach- und Führungskräfte.
„Tiergestützte Interventionen – Chancen einer noch jungen Disziplin“
„Tiergestützte Therapie - Chancen in der „Kindheitspädagogik“ - Gemeinsam mit Nadine Spiering
Einsatzbeispiele aus der Praxis inkl. Dokumentation - Gemeinsam mit Herrn Lars Spiering & einem Kompetenzhund.
haben die Studierenden die Möglichkeit, die praktische Ausbildung in Kalme zu begleiten, erste Erfahrungen bei Einsätzen der Therapiehunde-Teams zu sammeln und in den Partnereinrichtungen ein freiwilliges Praktikum zu machen. Auf diese Weise können Sie ermutigt werden, später selbst mal eine Zusatzausbildung für die Arbeit mit „Mensch & Hund“ zu absolvieren.
TGI-Kalme steht symbolisch für einen Ort zur Förderung der gemeinsamen Arbeit von „Mensch und Hund“. Unser Partner-Netzwerk ist beseelt von der Hoffnung, dass es gelingt, die heilsame Kraft solcher Teams in unterschiedlichen Bereichen unserer Gesellschaft noch mehr zur Entfaltung zu bringen.